Prüfungen und Ordination

Das Vikariat endet mit dem Zweiten Theologischen Examen. Wenn die Vikare die mündlichen Prüfungsgespräche Anfang Dezember (bzw. Anfang April) hinter sich gebracht haben, dann haben sie es geschafft!! Dann steht der Ordination und der Entsendung auf die erste Pfarrstelle nichts mehr entgegen. Wie läuft das nun genau?

Ordination in Hamburg mit Bischöfin Kirsten Fehrs (Foto: Bischofskanzlei Hamburg)


Die Schlussphase des Vikariats

Am Ende des Vikariats gibt der Direktor des Predigerseminars eine differenzierte begründete „Empfehlung“ für jeden Vikar an das Dezernat Dienst der Pastorinnen und Pastoren der Nordkirche ab. Sie wird den Absolventen selbstverständlich zur Kenntnis gegeben. Sie ist neben dem bestandenen Zweiten Theologischen Examen eine Voraussetzung für die Übernahme einer Pfarrstelle und damit für die Übernahme in den kirchlichen Dienst.


Gespräch mit "dem Dezernat Dienst der Pastorinnen und Pastoren"

Bevor das Dezernat den Vikarinnen Gemeinden zuweist, führt Oberkirchenrätin Karen Reimer, Kiel mit den Absolventinnen und Absolventen Gespräche, in denen sie ihre Wünsche mitteilen können, welche Art von Gemeinde sie am liebsten betreuen würden; ob es eher eine städtische oder ländliche, eher ein Teampfarramt oder ein Einzelpfarramt ist; die Berufstätigkeit des Partners wird auch berücksichtigt.

v.l.n.r.: Svenja Grimm, Helmut Buzin, Pn. Andrea Stobbe, P. Ulrich Tetzlaff (Personaldezernent), Nicole Priebe, P. Dr. Matthias de Boor)Ausbildungs- und Prüfungsamt Schwerin mit dem Leiter des Personaldezernates, OKR Ulrich Tetzlaff (Mitte)


Die einzelnen Prüfungen im 2. Theologischen Examen im Überblick

  1. Halten einer Unterrichtsstunde im Fach Ev. Religion (am Ende der Schulphase) mit schriftlichem Unterrichtsentwurf
  2. Halten eines Gottesdienstes mit schrifltichem Begründungsteil.
  3. Seelsorge-Arbeit (mit Gesprächsprotokoll)
  4. Klausur im Anschluss an den dreiwöchigen „theologischen Kurs“.
  5. Mündliche Prüfungen in den Fächern
    1. Gottesdienst (Predigt, Liturgie, Kasualien),
    2. Bildung (kirchliche Bildungsarbeit, Gemeindepädagogik),
    3. Seelsorge (Beratung, Kasualgespräche, Besuchsarbeit),
    4. Leitung (Kybernetik, Gemeindeentwicklung, Gemeindeleitung),
    5. ein Wahlpflichtfach
      1. Religionswissenschaften, Mission und Ökumene;
      2. Diakonie und gesellschaftsbezogene Arbeit der Kirche oder
      3. Kirche in Kultur und Geschichte

Die verbindlichen Einzelheiten erfahren Sie hier: Prüfungsordnung der Nordkirche für das 2. Theol. Examen


Fit fürs Pfarramt - ein Kurs im Übergang

Ende Dezember (Ende April) haben die Vikarinnen und Vikare den Namen Ihrer zukünftigen Gemeinde erfahren und sie bereits ein wenig kennen gelernt. Sie wissen auch, welche speziellen Fragen und Herausforderungen in den ersten Wochen auf sie zukommen werden. Der Kurs „Fit fürs Pfarramt“ gibt ihnen Gelegenheit, in Ruhe und mit kollegialer Beratung, ihre ersten 100 Tage im Amt vorausschauend zu planen. Hier lernen sie auch die verbindlichen Angebote zu Supervision und Fortbildung für die Pastoren in den ersten Amtsjahren kennen, die vom Pastoralkolleg der Nordkirche verantwortet werden.



Ordination in Greifswald mit Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit (Foto: A. Klinkhardt)

Ordination

Die Ordination, also die Beauftragung mit dem Verkündigungsamt, ist an die Übernahme einer (Gemeinde)Pfarrstelle gebunden. Die Ordinationen finden meist Ende Februar (bzw. Ende Juni) in den drei Sprengeln getrennt statt und werden nach altem kirchlichen Recht von der Bischöfin oder dem jeweiligen Bischof vorgenommen, im Kirchenkreis Mecklenburg im Auftrag des Bischofs durch die Pröpstinnen und Pröpste.

Die Ordination ist der Abschluss einer langen und anspruchsvollen Berufsausbildung, die insgesamt ca. 10 Jahre beansprucht und mit vielen geistigen und geistlichen Auseinandersetzungen verbunden ist.