Übergang in die Berufstätigkeit

Die Aufgabenfelder des Pastorenberufs und andere inhaltliche Aspekte beschreiben wir in der Menüleiste "Der Beruf"; hier geht es in erster Linie um die formalen und rechtlichen Aspekte.

Die Tätigkeit eines Pastors oder einer Pastorin in der Evangelischen Kirche ist keine Angestelltentätigkeit, sondern ist dem besonderen Dienst- und Treueverhältnis eines Beamten nachgebildet. Die Kirchen haben vom Staat das Recht erhalten, dem staatlichen Beamtenrecht gleichgestellte Beschäftigungsformen zu etablieren (Kirchenbeamtenverhältnis).
Ähnlich wie bei Referendaren tritt die Vikarin während der zweiten Ausbildungsphase in ein beamtenrechtliches Verhältnis „auf Widerruf“ ein. Nach dem Vikariat wird dies umgewandelt in ein beamtenrechtliches Verhältnis „zur Probe“. Das volle Beamtenverhältnis erreicht ein Pastor frühestens drei bis vier Jahre nach seiner Ordination. Zu diesem Zeitpunkt wird ihm oder ihr auch die Bewerbungsfähigkeit zugesprochen, also die Erlaubnis, sich auf jede freie Pfarrstelle zu bewerben.

Der Protest bayrischer Vikare gegen den „Talarzwang“ hat in den späten sechziger Jahren dazu geführt, dass der Modeschöpfer Heinz Oestergaard in geheimem Auftrag alternative Talar-Entwürfe für den „Referenten für Gottesdienstfragen“ der bayrischen Landeskirche anfertigte. Der Oberkirchenrat war von dem, was er sah, so schockiert, dass er jeden weiteren Schritt in der Sache untersagte und die Mitwirkenden um Stillschweigen über das Ganze bat. Ein Entwurf ist jetzt doch an die Öffentlichkeit gelangt (Quelle: evangelisch.de „eingefrorene Männermode“; Foto: ©Wasmer.de)


Nur eine Bewerbung

Jetzt ist nur noch eine Bewerbungshürde zu nehmen: das zweitägige Bewerbungsverfahren auf einen Vikariatsplatz! Ausbilder und VikarInnen sind gleichermaßen froh und erleichtert, dass damit das Vikariat von der belastenden Stellenkonkurrenz befreit ist und wieder der Vertrauensraum geworden ist, der diese Ausbildung wertvoll und einzigartig macht.


Wechsel der Landeskirche

Die Nordkirche steht mit dieser für den Nachwuchs günstigen Stellenprognose nicht alleine da. Auch die Mehrzahl der anderen Gliedkirchen der EKD, der Evangelischen Kirche in Deutschland, hat ausgerechnet, dass es in Deutschland etwa ab 2018 einen PastorInnenmangel geben wird.

Um den Bewerberinnen und Bewerbern um eine Pastorenstelle keine Hindernisse in den Weg zu legen, haben die Landeskirchen (endlich) ihre Grenzen geöffnet, so dass VikarInnen und Pastoren frei wählen können, in welcher Landeskirche sie langfristig arbeiten möchten. Die Entscheidung sollte möglichst vor dem Vikariat getroffen werden! Aber auch danach ist ein Wechsel möglich.