Eine vielfältige Ausbildung

Das Vikariat im Norden

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Das Predigerseminar mit seinem Ausbildungsteam begleitet die Vikariatsgruppe von der anfänglichen Pädagogischen bis zur letzten Theologischen Kurseinheit. Sie bereiten die angehenden Pastorinnen und Pastoren auf die Tätigkeit in einer Kirche vor, die sich wie die gesamte Gesellschaft in einem starken Veränderungsprozess befindet. Längst haben sich die Gemeinden vor Ort in sehr unterschiedliche Gestaltungsformen differenziert. Das Berufsbild eines Pastors oder einer Pastorin ist nicht mehr eindeutig vorgezeichnet.


Individualität ist gefragt

Individualität

Im Vikariat geht es nicht darum, sich mehr oder weniger vorgefertigte Handlungsmuster anzueignen, sondern zu lernen, die jeweiligen Herausforderungen vor Ort zu erkennen und das eigene Berufsbild zu entwickeln. Dieser Lernprozess ist darauf angelegt, dass die Vikarinnen und Vikare ihre Erfahrungen und Kompetenzen aus Studium und anderen Lebenszusammenhängen einbringen und weiterentwickeln.


Zusammenschluss von drei Landeskirchen

Pfingsten 2012: Auf dem Gründungsfest der Nordkirche können sich Besucher auf der begehbaren Landkarte einen Eindruck von den Entfernungen zwischen Westerland und Heringsdorf machen.

Eine besondere zeitgeschichtliche Note bekommt das Vikariat im Norden durch die Gründung der Nordkirche Pfingsten 2012 und die damit verbundene Zusammenlegung der Ausbildung von zwei ostdeutschen und einer westdeutschen Landeskirche. Die unterschiedlichen kirchlichen Situationen kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu bringen, erweitert den theologischen Horizont.


Ziel des Vikariats

In Gottesdiensten mit Kindern geht es dialogischer zu als im üblichen Sonntagsgottesdienst. Gesprächsführung und andere pädagogische Kompetenzen sind für Pastorinnen und Pastoren ebenso wichtig, wie liturgische und seelsorgerliche Fähigkeiten.

Die Vikarinnen und Vikare entwickeln gemeinsam und jeder für sich, was es heißt, Pastor bzw. Pastorin zu sein in einer Kirche, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Reichtum der vielfältigen Traditionen zu pflegen, die unterschiedlichen Lebenskontexte wahrzunehmen und untereinander zu vermitteln und Brücken zu bauen zu den Menschen und unter den Menschen. Gemeinsam kommt uns die Aufgabe zu, daran zu arbeiten, dass in unserer neuen Kirche eine Gemeinschaft von Pastorinnen und Pastoren entsteht, die mit der Botschaft des Evangeliums bei den Menschen ist.


Ratzeburg – ein besonderer Ort

Luftbild Domhalbinsel

Zum Vikariat im Norden gehört ein Ort mit einer besonderen Ausstrahlung: Die Domhalbinsel in Ratzeburg. Sie ist der Sitz des Predigerseminars der Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland. Wir nutzen den mecklenburgischen Ratzeburger Dom regelmäßig für unser Mittagsgebet und darüber hinaus in manchen Kursen. Wir setzen unser Tagewerk in Beziehung zur rekreativen Atmosphäre im Domkloster und um das Kloster herum. Und wir lassen uns inspirieren von den Impulsen aus dem „Campus Ratzeburg“ – dem Zusammenschluss der kirchlichen Einrichtungen bzw. Arbeitsbereiche im Domhof: dem Pastoralkolleg, dem Gästehaus Domkloster (gleichzeitig Wohnheim und Werkstatt für Menschen mit Behinderung), der Lutherakademie, der Paramentenwerkstatt, dem CVJM, der Prädikantenausbildung und der Domkirchgemeinde.

Etwa 20 Wochen ihres Vikariats werden die Vikarinnen und Vikare an diesem Ort verbringen. Das wird auch die Ausbildung prägen. Andere Tagungsorte beziehen wir mit ein, zum Beispiel das Kirchliche Bildungshaus in Ludwigslust.

Die Seminarräume des Kirchelichen Bildungshauses in Ludwigslust sind mittels eines Laubengangs mit der Stiftskirche verbunden. Ludwigslust