Studium ohne Gängelung

Nicht die Kirchen, sondern die theologischen Fakultäten bestimmen über die Inhalte, den Aufbau und die Strukturen des Theologiestudiums. Der Studierendenbegleitung in der Nordkirche ist es wichtig, den akademischen Charakter des Studiums und die an der Universität geübte Freiheit der Forschung und Lehre voll zur Geltung kommen zu lassen und keinesfalls einer "Verkirchlichung" der Studienzeit Vorschub zu leisten.
Das Predigerseminar der Nordkirche tritt in der universitären Phase der Ausbildung als Beraterin für Studierende auf, mit dem Ziel ihnen einen möglichst großen Freiraum für das eigenverantwortliche Studieren zu ermöglichen und sie gleichzeitig nicht im Unklaren darüber zu lassen, welche Anforderungen im Pastorenberuf zu bewältigen sind und wie man sich darauf vorbereiten kann.
Dies geschieht durch die Begleitung des verpflichtenden Gemeindepraktikums und der obligatorischen Orientierungswoche und durch Einzelgespräche nach Verabredung.


Beraten

Wir beraten und helfen Ihnen, sich während des Studiums zu orientieren und abzuklären, welche Erwartungen die Kirche an ihre zukünftigen Pastorinnen und Pastoren hat.

  • Was müssen Pastor*innen können?
  • Welche Kompetenzen sollte man bereits während oder neben seinem Studium erwerben, um für das Vikariat und das Bewerbungsverfahren gut vorbereitet zu sein?
  • Was muss ich bei einem Studium mit Kind beachten und welche Unterstützung gibt es für die Familie im Vikariat?
  • Muss man schon während des Studiums in einer Kirchengemeinde aktiv sein?
  • Bekomme ich Schwierigkeiten, wenn ich mich später als Pastor*in zu meiner Homosexualität bekenne?

Wir empfehlen, solche und ähnliche Fragen mit den Verantwortlichen des Kirchenamtes zu besprechen, um verbindliche Auskünfte zu erhalten. Die erste Adresse dafür ist das Dezernat „Dienst der Pastorinnen und Pastoren“; Pastorin Andrea Stobbe im „Ausbildungs- und Prüfungsamt“ der Nordkirche in Schwerin. Da sie regelmäßig Gast in den Orientierungswochen für Theologiestudierende ist, besteht hier die Möglichkeit, seine eigenen Fragen zu stellen.

v.l.n.r.: Svenja Grimm, Helmut Buzin, Pn. Andrea Stobbe, P. Ulrich Tetzlaff (Personaldezernent), Nicole Priebe, P. Dr. Matthias de Boor


Begleiten

Während des Studiums verändert sich der Blickwinkel auf den Glauben, die Kirche und auf sich selbst. Es kann sehr gut tun, sich mit einer seelsorgerlich geschulten Gesprächspartnerin auszutauschen. Diese besondere Stelle allein für die Studierendenbegleitung wird in naher Zukunft neu besetzt werden. Jil Becker, die Pastorin für Nachwuchsförderung und Studierendenbegleitung der Nordkirche, begleitet momentan.


Das eigene Profil entwickeln

Die Grundhaltung, mit der wir in der Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland Studierende begleiten, ist durch diese Merkmale gekennzeichnet:

  • Das von der Kirche unabhängige Studieren hat für uns einen hohen Wert.
  • Die Angebote, die die Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland Studierenden macht, sollen nicht zu einer „Verkirchlichung des Studiums“ führen.
  • Studierende sollen sich nicht den Erwartungen der Kirche anpassen, sondern dabei unterstützt werden, ihr eigenes theologisches und religiöses Profil zu entwickeln.

Vikar Paschen (Mitte) strebt für seine pastorale Arbeit ein gesellschaftsdiakonisches Profil an...Szenische Darstellung eines pastoralen Profils ...